Gelbfieberimpfungen

Was ist eine Gelbfieberimpfung und warum sollte ich mich impfen lassen?

Gelbfieber ist eine akut lebensbedrohende, bei ungünstigem Verlauf auch heute noch tödlich endende Infektionskrankheit (Ca. 50% Sterberisiko), die in einigen Tropengebieten in Südamerika und Afrika durch den Stich der Aedesmücke übertragen wird. In Gebieten mit Gelbfiebervorkommen (WHO) ist eine Übertragung sowohl in ländlichen als auch in städtischen Regionen möglich. Erreger des Gelbfiebers ist das Gelbfiebervirus. Zu Ihrem persönlichen Schutz ist es sinnvoll und notwendig, dass Sie sich spätestens 10 Tage vor der Einreise in ein Gelbfiebergebiet impfen lassen. Einige Länder verlangen bereits bei der Einreise die Vorlage einer international gültigen Bescheinigung (Impfpass), insbes. bei der Einreise aus einem Gelbfieberinfektionsgebiet.

So verläuft eine normale Gelbfieberimpfung:

Die gut wirksame und von Gesunden im Allgemeinen gut vertragene Gelbfieberimpfung erfolgt mit einem sogenannten „Lebend‑Virusimpfstoff‘, d.h. eine kleine Menge abgeschwächter, aber vermehrungsfähiger Gelbfieber‑Impfstoffviren wird unter die Haut des Oberarmes gespritzt. In den ersten 2‑7 Tagen danach kommt es in Ihrem Körper zu einer Vermehrung der Impfstoffviren. Dadurch wird das gesunde Immun‑ oder Abwehrsystem zur Bildung von Abwehrstoffen angeregt. Frühestens 10 Tage nach der Impfung sind Sie nach der aktuellen Datenlage der WHO lebenslang gegen Gelbfieber geschützt, Wiederholungsimpfungen sind nicht erforderlich!

Mögliche Reaktionen nach der Impfung:

Bei 20-25% der Geimpften kommt es innerhalb der ersten 3 Tage nach der Impfung, selten länger anhaltend, zu einer Lokalreaktion an der Impfstelle mit einer geringen Rötung, Schwellung oder zu leichten Schmerzen, manchmal mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten und zu Kopfschmerzen. Bei bis zu 10% der Geimpften kommt es innerhalb von 4-7 Tagen nach der Gelbfieberimpfung zu kurzfristigen leichten grippeähnlichen Krankheitserscheinungen (z.B. Abgeschlagenheit, leichte Temperaturerhöhungen, Gelenk‑ und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen). In der Regel klingen diese Impfreaktionen rasch und folgenlos wieder ab und machen keine ärztliche Behandlung erforderlich.

Sehr selten beobachtete Nebenwirkungen:

Bei Allergien, speziell gegen Hühnereiweiß, können Minuten bis Stunden nach der Impfung allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp wie: Nesselsucht, Schleimhautschwellungen im Rachen mit Luftnot und evtl. Schockzustände auftreten. Allergische Spätreaktionen mit unterschiedlichen Hauterscheinungen oder Schmerzen in Muskeln und Gelenken sowie noch seltener Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) mit Blutungsneigung können bis zu zwei Wochen nach der Impfung bei Impflingen mit besonderer Allergieneigung auftreten. Sehr selten (bei einer von ca. 5‑10 Millionen Gelbfieberimpfungen, insbesondere bei Kindern unter 1 Jahr) kann eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute auftreten. Extrem selten wurde in den letzten Jahren auch bei Erwachsenen eine schwere Erkrankung des Gehirns oder der inneren Organe in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung beobachtet. Insgesamt sind weltweit ca. 30 Fälle mit schweren Nebenwirkungen und 17 Todesfälle bei über 400 Millionen Geimpften aufgetreten. In Deutschland sind bisher keine Todesfälle berichtet worden. Da das Risiko für schwere Nebenwirkungen bei älteren Personen erhöht zu sein scheint, sollten – laut Gebrauchsinformation des Gelbfieberimpfstoff-Herstellers zu STAMARIL® – Erstimpfungen bei Personen über 60 Jahren nur durchgeführt werden, wenn ein hohes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt.  Gehören Sie zu dieser Gruppe, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt.

Da bei    einigen    Impflingen    mit    schweren Nebenwirkungen    organische    oder funktionelle Thymuserkrankungen vorlagen, sollte dies als zusätzliches Risiko für schwere Nebenwirkungen berücksichtigt werden, hierbei kam es bisher weltweit zu 6 Todesfällen (bei mehreren Hundert Millionen Geimpften).

Eine Impfung sollte nicht durchgeführt werden:

Bei akuten oder chronischen Infektionen, Erkrankungen des Nervensystems, schweren Lebererkrankungen, Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Hühnereiweiß oder Impfstoffbestandteile, Erkrankungen des körpereigenen Abwehrsystems (u. a. symptomatische HIV – Infektion oder HIV-Infektion mit einer Zahl von unter 200 Helferzellen/mm³, immunsuppressiver Behandlung (z. B. systemischer Cortisonbehandlung (Tabletten oder Spritzen) oder andere Immunsuppressiva), Strahlen- und Chemotherapie, bestehender Schwangerschaft, gegenwärtiger Behandlung von Allergien durch Desensibilisierung, Zustand nach Thymusdrüsenentfernung oder –fehlfunktion und nicht bei Säuglingen unter neun Monaten.

Weitere Lebendimpfungen wie Mumps, Masern, Röteln und Windpocken sollen nur gleichzeitig oder im zeitlichen Abstand von vier Wochen vor, bzw. nach der Gelbfieberimpfung gegeben werden.

Die Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen; die Impfung ist also für andere Familienangehörige ungefährlich, z. B. für eine in der Umgebung lebende Schwangere oder kleine Kinder.

Falls einer der hier genannten Umstände auf Sie zutrifft oder Sie sich unsicher sind, ob Sie eine Gelbfieberimpfung erhalten dürfen, teilen Sie bitte Ihre Zweifel dem Impfarzt mit.

Bitte nach der Gelbfieberimpfung beachten:

Sie können den oben beschriebenen möglichen Impfreaktionen am ehesten aus dem Weg gehen, indem Sie nach der Impfung eine Woche lang Sonnenbäder (auch Solarium) oder andere außergewöhnlich starke körperliche Anstrengungen (z.B. Leistungssport, Sauna, Operationen) sowie übermäßigen Alkoholgenuss meiden. Für 4 Wochen nach der Impfung dürfen Sie kein Blut spenden!

Für die Dauer von 3 Monaten, mindestens jedoch für 4 Wochen nach der Impfung ist eine Schwangerschaft zu vermeiden. Eine Impfung in der Schwangerschaft oder das Eintreten einer Schwangerschaft kurz nach der Impfung ist aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch! Während der Stillzeit sollte nicht geimpft werden.

Bei allen unklaren und/oder länger anhaltenden Krankheitserscheinungen nach der Gelbfieberimpfung, die allerdings auch als Folge anderer Infekte oder zeitnah verabreichter weiterer Impfungen auftreten können geben Sie bitte uns Bescheid oder wenden sich an Ihren Hausarzt.

Stand Januar 2019